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Sefa (4 Jahre alt) - Vergnügen/Heiterkeit

Als der kleine Kater am 10. Juni 2013 in Basel eine Stunde nach seiner Schwester zur Welt kam, hatten wir sofort den Verdacht, dass etwas mit seinen Hinterbeinchen nicht stimmte.

 

Der Arzt meinte am Telefon jedoch, wir sollten etwa 10 Tage abwarten. Doch bald stellte sich heraus, dass er auf seinen Hinterbeinchen nicht stehen konnte - das rechte war gar verdreht, der Fuss schaute nach innen. Die empfohlene sanfte Streich- und Ziehtherapie brachte nichts. Er bekam den Namen "Schifa" = "Genesung".

 

Mit einem Monat begann sich zudem plötzlich sein rechtes Auge zu vergrössern. Der Arzt versuchte es mit verschiedenen "Menschen"-Augentropfen: der Erfolg blieb aus. Als er uns endlich ans Zürcher Tierspital überwies, war es schon zu spät. Die Augen-Nachkontrolle in Basel übernahm ferienhalber Dr. Vögtli der Kleintierpraxis Gundeli in Basel. Da Herr Dr. Vögtli, Frau Dr. Huber und das ganze Team das kleine Häufchen Elend Schifa sofort ins Herz geschlossen hatten, pflegten sie ihn von nun an intensiv, oft täglich (und dies ohne finanzielle Absichten, musste ich doch oft nur die Materialkosten übernehmen). Das Auge musste sogar vorübergehend zugenäht werden, die Beinchen wurden immer wieder stabilisiert, um sie gerade zu bekommen,

 

Schliesslich kam es zur Überweisung an Dr. D. Koch in Diessenhofen bei Schaffhausen. Da Schifa sehr kleinwüchsig ist, wurde er dort erst mit 6 Monaten operiert: das rechte Bein ist nun gerade.

 

Aber trotz intensiver und liebevoller Therapie durch die spezialisierte Physiotherapeutin B. Passaretti blieben die Muskeln und Sehnen verkürzt. Dank intensiver Behandlung von ganz klein an durch Frau U. Wehrle, Tierhomöopathin und Tierpsychologin funktioniert u.a. sein Darm jetzt gut, aber Schifa braucht Pampers. Und er bekam mit 1 1/2 Jahren einen leichten, massgefertigten Rollstuhl.

Übrigens heisst Schifa schon lange nicht mehr Schifa = Genesung, sondern Sefa = Vergnügen, Heiterkeit. Dies war eine Eingebung, als er etwa ein Jahr alt war. Tatsächlich scheint Sefa das Leben zu geniessen, zusammen mit seiner Mutter, seinen 2 älteren Brüdern und seiner älteren Schwester mit ihren beiden Buben. Für diese war er übrigens ein super Babysitter.

 

Er ist in seiner Familie trotz Behinderung ein gleichwertiges Mitglied. Er hat einen liebevollen, starken Charakter und ist ein Geniesser: das Essen, die Sonne, die weichen Kissen oder ein Ausflug in die Petite Camargue (siehe Video) sind für ihn Lebensfreude.

 

Das Allerwichtigste aber ist die Zugehörigkeit und Geborgenheit im Familienverband.

Text:

Michèle Petit aus Basel - Mai 2017